Autokauf in Neuseeland
Meine Story

Seit zwei Tagen sind Christina und ich nun in Neuseeland. Heute sprach uns in der Bäckerei ein etwa Mitte 40-jähriger sehr netter Schwabe an. Holger war sein Name. Er hat wohl unser Gespräch mitbekommen und meinte, er würde uns gern beim Autokauf behilflich sein und gab uns seine Nummer.

Am nächsten Morgen brachen wir auf. Ziel war der „Ellerslie Racecourse“. Hier sollte man wohl gute Angebote für Camper Vans bekommen.

20 Minuten Zugfahrt später, 10 Minuten zu Fuß und 5 AUD weniger in der Tasche – standen wir dann auf dem „Ellerslie Car Market“.
Fast eine Stunde früher waren wir da, um vielleicht eins der besten Autos zu kassieren. Jede Menge Händler waren schon vor Ort und von allen wurden wir angesprochen.

Wir machten uns erst einmal von allen Fahrzeugen ein Bild und beobachteten das Schauspiel. Nach 1 – 2 Stunden fanden wir dann ein Auto, was preislich und qualitativ, so glaubten wir, gut war.
Also erinnerten wir uns an Holger und nutzten unsere Chance. Wir riefen ihn an. Unglaublich, in einer halben Stunde ist er da.

Er bequatschte den Händler, von indischer Abstammung, stellte Fragen, überprüfte den Motor, die Reifen, das Gehäuse, den Innenraum, den Auspuff, das Öl usw. und sofort. Wie gut, dass wir ihn hatten. Von uns beiden hatte keiner eine richtige Ahnung von Autos.

Dann die Probefahrt. Hört sich gut an und fährt auch super. Nur die Kupplung ist ein wenig steif. Licht, Bremse, Scheibenwischer, Blinker, Abgas,…alles stimmte. Wir waren begeistert.

Holger gab uns auch gleich Tipps beim Straßenverkehr, schließlich waren wir zum aller ersten Mal auf der linken Fahrbahn unterwegs.
Dann gab er uns noch ein kleines Motor 1x1, denn er hatte früher selbst Autos vertickt.
Wir entschieden uns! Ja, wir nehmen ihn, sagten wir!

Der Kauf verlief schnell und schmerzlos. Registrierung, Unterschrift, Geld Übergabe, einen kräftigen Händedruck, Tschüss und das Auto gehörte uns.

Nun ging es los! Das erste Mal Linksverkehr. Ich musste fahren. Etwas zögerlich und vorsichtig, denn die Kupplung und die Gänge auf der anderen Seite waren sehr gewöhnungsbedürftig.
Im Großen und Ganzen war der Linksverkehr erstaunlicherweise kein Problem. Ich musste mich eigentlich nur an die Autos, die vor mir fuhren, orientieren und ich wusste ich war auf der richtigen Seite. Nach kurzer Zeit erreichten wir das Zentrum Aucklands. Wir haben und den erst besten Parkplatz ausgesucht, das Auto abgestellt, tief Luft geholt, dass wir alles so super gemeistert hatten und gingen anschließend zurück in unsere Unterkunft und stießen auf unser neues Auto an.

Die nächsten zwei Tagen verbrachten wir im Hostel und bereiteten uns ausgiebig auf unsere große Reise auf vier Rädern durch Neuseeland vor.

Dann war es endlich soweit. Wir gingen zum Auto, packten unsere Verpflegung und erste Küchenutensilien in den Wagen und wollten losfahren. Scheiße! Zu früh gefreut! Das Auto sprang nicht an.

Nach mehrmaligen probieren haben wir es eingesehen, dass wir ohne fremde Hilfe hier heute nicht mehr vom Fleck kommen würden.
Der Parkwächter gab uns Starthilfe, das Auto sprang an. Was für eine Erleichterung machte sich in uns breit. Nur – nach ein paar Sekunden ging das Auto auch schon wieder aus. Beim zweiten Versuch bewegte sich unser Van geschlagene 10 cm nach vorn – direkt auf den Fuß des Parkwächters. Er schrie „What are you doing!?“. Panik stieg in mir hoch. Das Auto bewegte sich keinen Millimeter mehr. Oh nein, nein, nein…wie bekomme ich das Auto schnellstmöglich von seinem Fuß! Ich legte also den Rückwärtsgang ein und der Van rollte langsam wieder nach hinten. „Puuuh!“ – uns viel ein Stein vom Herzen. Der Parkwächter sichtlich genervt. Ihm ging es aber gut! Wir haben uns tausend Mal entschuldigt. Standen am Ende aber wieder allein da, da sich der Mann fluchtartig aus dem Staub gemacht hatte. Jetzt brauchten wir erst einmal ein paar Minuten, um wieder runter zu kommen.
So hatten wir uns den Start unserer Reise nicht vorgestellt.

Wir standen ratlos da! Also riefen wir Holger an. Verdammt! Was ist hier los? Keine deutsche Stimme und die Kontaktdaten von unserem Autohändler fanden wir auch nicht. Alles ging schief. Wir fluchten was das Zeug hält.
Beim zweiten Versuch ging Holger endlich an sein Telefon und wir erzählten ihm von unseren Problemen. Er eilte sofort zur Hilfe und kam in die Stadt gefahren. Wir waren so froh!

Klar war, dass die Batterie gewechselt werden musste. Allerdings auch die Halterung für die Batterie, damit sich Spannung aufbauen konnte. Und dann mussten wir noch zur Werkstatt – Kontrollcheck.

Hier stellte sich heraus das kaum Kühlwasser im Wasserausgleichsbehälter war und wir demnach auch noch die Zylinderkopfdichtung auswechseln mussten. Das Auto hat demnach keine 2500 AUD gekostet, sondern 3000 AUD. Was soll´s. Wie gut, dass wir zwei Personen sind und uns in die Kosten rein teilen können.

Auf diesen Schreck fuhren wir anschließend zu Holger nach Hause, tranken Tee, erzählten Geschichten und bekamen gute Reisetipps von ihm.

Die erste Nacht übernachteten wir dann an einem nahegelegenen Strand. Es war extrem stürmisch und regnerisch und machte die erste Nacht in unseren eigenen 4 Wänden zum Alptraum. Was für ein Start.
Am nächsten Morgen sollte alles vergessen sein. Das Unwetter war vorbei und wir wachten bei purem Sonnenschein und Vogelgezwitscher auf.

Die Reise kann losgehen!
 

von | Apr 22, 2016 | Neuseeland, Reisen | 0 Kommentare

 
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