Mein 3-tägiger Tauchurlaub im
Great Barrier Reef

Ich habe es geschafft und mir meinen Traum vom Tauchen im Great Barrier Reef endlich erfüllt! Eigentlich war es gar nicht von mir selbst initiiert wurden, sondern ich hatte wieder einmal mega Glück von Bekannten spontan auf einen 3-tägigen Tauchurlaub in Cairns eingeladen gewesen zu sein.

Ich konnte mein Glück kaum fassen!

Allerdings gab es da einen Haken. Gerade erst bin ich in einem Cafe an der Gold Coast fest als Managerin eingestellt wurden. Und jetzt diese Einladung! Da kann und will ich eigentlich nicht nein sagen. Ich wollte natürlich unbedingt dabei sein, nur konnte ich mir zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer vorstellen, dass mein Chef mir gleich nach Einstellung eine Woche frei geben würde.

Mit komischem Gefühl im Magen musste ich ihn schließlich darauf ansprechen.
Nach nur 15 Minuten, viel Überzeugungskraft und schlagfertigen Argumenten, schaffte ich es schlussendlich doch, ihn zu überreden. Was war ich froh! Mir fiel ein Stein vom Herzen und ich hätte meinen Chef gleich um den Hals fallen können. Dass das so problemlos über die Bühne gehen würde, damit habe ich nicht gerechnet.

Umso mehr freute ich mich über die Großzügigkeit meiner neuen Arbeitsstelle. Im Handumdrehen packte ich ein paar Sachen zusammen, buchte den bestmöglichsten Flug, lies alles stehen und liegen und saß im nächsten Flieger auf den Weg Richtung Cairns.

 
Ankunft in Cairns

Es war mitten im australischen Sommer. Im Januar brannte die Sonne nur so förmlich und die schwüle tropische Luft hier oben war sehr erdrückend. Dennoch genoss ich das Klima und konnte den bevorstehenden Tauch-Trip kaum abwarten.

Eine Woche hatte ich mir für diesen Urlaub frei genommen. Somit waren wir flexibel mit den Tagen und konnten uns das beste Wetter mit klarer Sicht auf das Riff aussuchen.

Gerade angekommen begab ich mich erst einmal in das gebuchte Motel, wo ich auf Jim, Kay, Matt, Ben und Cody stoß. Gemeinsam gingen wir erst einmal in die Stadt, um unser Tauchcenter, worüber wir unseren „3day 2 night Great Barrier Reef Liveboard Dive Trip“ gebucht hatten, aufzusuchen.

Leider hatte es in den letzten Tagen so geregnet, dass der Meeresboden vom hohen Wellengang völlig aufgewühlt war und die Mitarbeiter von Pro Dive erst noch ein, zwei Tage abwarten wollten, bevor wir uns raus auf das Riff begaben.

In den nächsten Stunden machte sich dann noch ein richtiger Monsumregen über Cairns breit. Die Aussichten sahen bislang nicht so goldig aus. Täglich überprüften wir nun das Wetter und waren ständig mit dem Team von Pro Dive in Kontakt.

So nutzten wir die Zeit um die Umgebung von Cairns näher kennen zu lernen.

 
Der Himmel zog endlich auf

Dann endlich nach drei Tagen sollte das Wetter besser werden. Und die Prognose sah auch richtig gut aus. So bereiteten wir am Tag zuvor alles Nötige vor, um am nächsten Tag früh genug auf dem Wasser sein zu können. Im Pro Dive Shop stellten wir unsere Tauchausrüstung zusammen und bekamen erste Informationen für den Ablauf am morgigen Tag. Im Motel packten wir unsere 7 Sachen zusammen und achteten genau darauf, unser Gepäck so klein wie möglich zu halten, da auf dem Boot nur begrenzt Platz vorhanden ist. Für gemütliche Kleidung, Sonnenbrille, Hut, Sonnencreme, Waschartikel und zwei Handtüchern (eins zum Duschen und eins für nach dem Tauchen) war aber Platz.

Am Nachmittag nutzten wir das gute Wetter gleich für einen kleinen Badeausflug.

 
Tag 1 – Es kann losgehen…

Am nächsten Morgen hat uns der Shuttle Bus schon um 5:45 Uhr von unserem Motel abgeholt. Auf dem Weg zum Hafen haben wir gleich erste Kontakte mit anderen Tauchern knüpfen können, was unsere Vorfreude weiter steigen lies. Eine Stunde später waren wir dann endlich auf dem 25m / 80 feet langen Boot, das uns zum Outer Great Barriere Reef im Süden von Cairns bringen sollte. Jetzt bekamen wir erst einmal ein leichtes Frühstück mit Müsli, Joghurt, Obst, Toast, Eier, Kaffee und Saft und lauschten neugierig unseren nächsten 3 Tagen entgegen.

In unseren Trip enthalten waren 11 Tauchgänge, inklusive zwei Nachttauchgänge, die komplette Tauchausrüstung, Unterkunft und Verpflegung, sowie Transfer vom Hotel und eine Tauchversicherung.
Wer zusätzlich seine Taucherfahrungen erweitern mochte, hatte sogar noch die Option während der 3 Tage einen beliebigen Tauchkurs abzulegen. So entschloss ich mich für weitere 150 AUD den „Padi Avanced Open Water Course“ zu machen. Für das kompletter Paket habe ich in etwa 800 AUD bezahlt.

Nach 2,5 Stunden hatten wir das erste Riff erreicht. Die Wolken verzogen sich und über uns befand sich jetzt blauer Himmel und purer Sonnenschein. Die Wassertemperatur betrug unglaubliche 28 Grad Celsius. Kurze Zeit später um 11:30 Uhr machten wir uns dann für unseren ersten Tauchgang bereit! Die Aufregung stieg! Ich hoffe nur das man aufgrund des schlechten Wetters in den letzten Tagen eine gute Sicht am Meeresgrund haben wird.

Da wir bereits alle einen Tauchschein besaßen, konnten wir uns ohne größere Hilfe zu unserem ersten Tauchgang zum Millin Reef / Patege aufmachen. Nach einer kurzen Einweisung über den Tauchplatz, den Tauchbedingungen und den darauffolgenden Buddy-Check ging es los.
Der erste Tauchgang verlief mit anfänglichen Schwierigkeiten bei mir, da ich seit mindestens 4 Jahren nicht mehr tauchen war und ich Probleme beim trarieren, also Auftrieb und Abtrieb, hatte. Zum Glück war Cody als ausgebildeter Dive Master bei mir und hat mich schnell einweisen können. So war ich nach wenigen Minuten auch fit für meinen ersten Tauchgang.

Als wir aus dem Wasser kamen war auch schon das Mittagessen serviert und wir machten uns gierig über Suppe, Brot und Salat her. Nach dem wir unser essen verdaut hatten war der zweite Tauchgang an der Reihe.

Während des zweiten Tauchgang konnte ich mich nun wesentlich besser auf die Artenvielfallt im Great Barriere Reef konzentrieren, da ich nun nicht mehr von der Tauchausrüstung und der Technik abgelenkt war. Ich sah jetzt endlich die ersten Schildkröten und Anemonenfische.

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Da Korallen zum Wachsen Sonnenlicht brauchen waren die meisten atemberaubendsten Riffe in den flachen Gebieten kurz unter der Wasseroberfläche zu finden. Das Great Barriere Reef liegt allgemein nur zwischen 10 und 25m und ist für´s Tieftauchen ungeeignet.

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Kaum waren wir aus dem Wasser wechselten wir die Dive Site und fuhren zum Millin Reef / Around the bend für unseren dritten Tauchgang. Die Gruppe teilte sich auf, sodass sich Einige für das Schnorcheln und Anderen für das Tauchen entschieden.
Während das Boot fuhr, entspannten wir uns in der Zwischenzeit auf dem Sonnendeck und tauschten uns über unsere ersten Erlebnisse auf dem Riff aus. Die Stimmung war hervorragend. Alle waren glücklich und strahlten über beide Ohren.

Nach dem üppigen Abendessen war dann unser ersten Nachttauchgang an der Reihe. Mir wurde etwas mulmig dabei, da ich schon etwas länger nicht mehr getaucht bin und vor allem keinen „Night Dive“ gemacht habe. Das Gute war, dass der „Night Dive“ so eingerichtet wurde, dass wir am Nachmittag den Tauchplatz bereits kennen lernen durften und uns somit die Orientierung erleichtert wurde.

Mit Taschenlampe bepackt sprangen wir ins 25 Grad warme Wasser. Die Taschenlampe reichte vielleicht gerade so 3m und rings um uns war es kohlrabenschwarz. Da mussten wir vor allem in der Nacht strengstens darauf achten, dass wir unseren Tauchpartner nicht aus den Augen verlieren. so, blieben wir alle dicht beieinander und begaben uns allmählich zum Meeresgrund.

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Mein Herz pochte. So aufregend. Jeden Moment könnte mir etwas vor die Linse schwimmen und ich kann nicht absehen was es sein wird.

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In der Nacht kommen ganz andere Tierarten zum Vorschein und so konnten wir schon bald schlafende Schildkröten, Schwarz- und Weißspitzen Riffhaie, sowie vereinzelt Krustentiere sehen. Das war sehr interessant, dennoch tauche ich tagsüber viel lieber. Die Farbenvielheit unter Wasser ist dann einfach überwältigend und tut der Seele gut.

Der erste Tag war anstrengen und alle waren schon frühzeitig müde. Zum Abendessen saßen wir noch kurz am Tisch, aßen unseren leckeren Nachtisch und plauderten zufrieden über den erfolgreichen ersten Tag am Riff. Jetzt endlich durften wir auch einen Wein oder ein Bier zu uns nehmen, da wir alle Tauchgänge für diesen Tag bereits hinter uns hatten. Ansonsten hätten wir nach Alkoholkonsum an diesem Tag nicht mehr ins Wasser gedurft.

 
Tag 2 – So kann es weiter gehen

Der zweite Tag war mit ebenso vielen schönen Eindrücken gefüllt wie der Erste.

Weitere 4 Tauchgänge standen auf dem Programm. So besuchten wir das Millin Reef / RTB / Wild Side / Boulders und das Flynn Reef / Boulders. Heute konnte ich außerdem meinen „Peak Performance Buoyancy“, sowie „Underwater Navigation“ Test für mein „AOWD Zertifikat“ absolvieren.

Um 7 Uhr ging dann es los. Wir sahen jede Menge Schwarzspitzen und Weißspitzenhaie, Schildkröten, Riesengorgonien, Clownfische, Papageienfische und viele tolle Korallenarten.

Zwischen den einzelnen Tauchgängen gab es immer leckere Mahlzeiten, die wirklich mit viel Liebe zubereitet wurden und für jeden Geschmack etwas dabei hatten. Spezielle Essenwünsche wurden respektiert und sofort notiert, somit hatte ich als Vegetarierin auch nichts einzuwenden. Am Abend folgte dann noch ein weiterer „Night Dive“, den ich für mein „AOWD“ Zertifikat brauchte.

 
Tag 3 – Ich bin jetzt Advanced Open Water Diver

Heute ist bereits unser letzter Tag auf dem Great Barrier Reef. Von mir aus hätte es noch ein paar Wochen so weiter gehen können.
Der erste Tauchgang war um 6:30 Uhr am Hynn Reef / Boulders, wo ich gleich meinen „Deep Dive“ von 29m für mein „AOWD“ Zertifikat absolvieren durfte. Danach gab es um 9:00 Uhr Frühstück. Anschließend wechselten wir noch einmal unseren Tauchplatz und fuhren zum Flynn Reef / Tracy. Hier hatten wir zum letzten Mal die Gelegenheit zwei spektakuläre Aussenriffe des Great Barrier Reefs zu bestaunen und ich konnte zugleich mit meinen „Underwater Naturalist“ den „AOWD-Course“ abschließen. Hurra, ich bin jetzt „Advanced Open Water Diver“ und darf jetzt nicht nur 18m, sondern 30m tief tauchen.

Um 12 Uhr mittags ging es dann leider schon zurück ans Festland. Hungrig wie wir waren, gab es zum Abschluss noch leckere, frisch gemachte Sandwiches.

4 Stunden später waren wir wieder im Pro Dive Shop angekommen, worauf wir direkt zu unseren Unterkünften gefahren wurden.
Zum Abschluss wurden alle Teilnehmer des 3 tägigen Trips vom gesamten Pro Dive Team zu einem Abschlussessen im nahegelegenen Cafe namens „Lillypad Cafe“ (siehe auch meinen Artikel über „Beste veganen und vegetarischen Restaurants in Australien“) eingeladen, um noch einmal in gemütlicher Runde zusammen zu kommen und Erfahrungen und Eindrücke auszutauschen.

 
Fazit – Ein unvergessliches Erlebnis

Was war das für eine Woche! Überwältigend schön. Einer meiner Höhepunkte in meinem Leben kann ich ganz eindeutig sagen. Die prachtvollen Korallen und Lebewesen der Unterwasserwelt aus nächster Nähe zu betrachten, war einfach unbeschreiblich schön.

Der beste Weg sich das „Great Barrier Reef“ in vollen Zügen anzuschauen und genießen zu können besteht ohne Zweifel darin, für ein paar Tage raus auf das Riff zu fahren.

Du hast wesentlich mehr Zeit zum entspannen, schnorcheln und tauchen, da die komplette Tauchausrüstung und Verpflegung bereits vor Ort ist. Bei einem Tages-Trip bezahlst du im Endeffekt mehr und kannst die schöne Erfahrung, für ein paar Tage auf offener See übernachtet zu haben, nicht mitnehmen.

von | Jul 5, 2016 | Australien, Reisen

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