Südseeparadies Samoa
Die schönsten Stränden der Welt

Lange weiße Sandstrände, endlose Sommer, Palmen, Kokosnüsse und freundliche Menschen mit Blütenkränzen im Haar. Soweit zur Theorie.

Doch wer schon einmal in der Südsee Urlaub gemacht hat, weiß, dass die Praxis noch viel schöner aussieht.

Die Südseeinseln scheinen für uns Europäer so fern und unerreichbar zu sein. Vielleicht sind sie auch deswegen ein so beliebtes Reiseziel. Da gibt es z.B. Tahiti, Tonga, Cookinseln, Fiji, Rarotonga, Vanutatu, um nur ein paar Wenige zu nennen.

Ausschlaggebend für meine Entscheidung war in erster Linie eine bezahlbare Unterkunft mit Verpflegung zu finden. Hier konnte ich das touristenreiche Fiji von vornherein ausschließen. Außerdem wollte ich viel lieber auf einer einsamen kleinen Insel landen und mich wie Robinson Crusoe fühlen!

Da ich mich in der letzten Monaten in Neuseeland aufgehalten hatte, kam mir ein kleiner Abstecher in die Südsee sehr gelegen. Samoa liegt nur 3 Flugstunden von Auckland entfernt. Schon am Flughafen hatte ich das Gefühl in einer anderen Welt zu sein. Die Frauen mit Ihren bunten langen Kleidern, Blumen im Haar und ihren tiefen Falten im Gesicht erzählten jeder für sich eine ganz eigene Geschichte. Die Menschen in Samoa sind gut und gern beleibt, denn dick sein bedeutet reich sein in diesem Teil der Welt.

Was wird mich eigentlich in der fernen Südsee erwarten, fragte ich mich. Wird es so sein wie ich es mir vorgestellt habe? Eigentlich wusste ich nicht viel über Samoa, außer die wenigen Informationen, die ich mir vorab aus dem Internet gezogen hatte. Und eigentlich war das ja auch genau das Spannende an dieser Reise.

Ankunft in Samoa

Auf der Hauptinsel Upolu angekommen freute ich mich zu allererst darüber, dass ich den heutigen Tag zweimal erleben durfte. Von Neuseeland aus, fliegt man nämlich genau von der ersten in die letzte Zeitzone! Und somit war das wortwörtlich der längste Tag meines Lebens.

Ich hatte den ersten Sitzplatz „1a“ und war die Erste, die samoanischen Boden betreten durfte. Als ich aus dem kleinen Flugzeug, dass nur um die 60 Mann unterbringen konnte, ausstieg, fuhr mir die tropischen Temperaturen wie ein Schlag ins Gesicht. Ich kam mir mit meinem dicken Kaputzenpulli etwas doof vor. Schließlich waren beim Abflug in Neuseeland gefühlte 8 Grad Celsius.

Als ich mein Gepäck aufgesammelt hatte, begab ich mich auf dem Weg nach draußen. Ich wurde sofort von einem Taxifahrer angesprochen. Lehnte sein teures Angebot aber dankend ab und fragte anstatt eine samoanische Familie wie ich am billigsten in die Stadt kommen könnte. Sofort boten sie mir an, bei ihren Freunde mitzufahren.

Ich nahm hinten auf der Ablage des Autos platz. Das fing ja schon gut an, dachte ich. In Deutschland käme das nicht in Frage. Der Wind wehte mir durch die Haare und ich konnte in aller Ruhe die Fahrt genießen. Dabei lernte ich bereits einige interessante Dinge über Samoa kennen. So besteht Samoa aus 10 Inseln, von denen aber nur 5 bewohnt sind. Die Hauptstadt Apia ist das Herzstück Samoas. Hier gab es viele kleine Shops, die überwiegend asiatisch angehaucht waren. Wer was spezielles brauchte fand es hier.

Der Rest der Insel bestand aus kleinen Dörfern mit maximal einem Minimarkt und einer Kirche. Und genau diesen Teil der Insel wollte ich unbedingt kennen lernen.


Traditionell leben die Einheimischen auf Samoa in sogenannten „Fales“. Dass sind offene auf Stelzen gebaute Häuser, die aus Kokospalmen-Blätter geflechtet werden. Bei Bedarf wird der Eingang mit weiteren Palmenblättern zugehangen. Ein Dach über dem Kopf, eine Matratze und ein Moskitonetz waren bei diesen Temperaturen völlig ausreichend, um sich rundum wohl zu fühlen.

 

Nach einer halben Stunde Autofahrt, setzte mich die Familie direkt vor dem „Seaside Inn-Hostel“, dass ich mir vorab als günstigste Unterkunft ausgesucht hatte, ab. Als ich mich gerade einquartiert hatte, kam ich mit der Housekeepering des Hostels in Kontakt und wir wurden in Windeseile Freundinnen und spazierten gemeinsam zum städtischen Markt.


✽ ✽ ✽

Die Samoaner sind unglaublich gastfreundlich. Schon nach kurzem Wortwechsel
gehört man hier fast schon zur Familie. Wie schön dachte ich…

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Diese Offenheit und Herzlichkeit habe ich bereits am Flughafen gemerkt, nur war ich mir da noch nicht sicher, ob das eine Masche ist, um an Geld ranzukommen. Da habe ich mich ein wenig schlecht gefühlt, die Menschen schon vorzeitig verurteilt zu haben.

Als wir am Markt ankamen traute ich meinen Augen nicht. Eine riesen große Halle mit hundert aneinander gereihten Farmern, die auf dem Boden sitzend, stundenlang ihre frische Ernte zum Verkauf anboten. Trotzdem hatten alle ein Lächeln auf den Lippen. Sofort kaufte ich mir 5 riesen Papayas, frische Kokosnüsse und Bananen. Nach wenigen Minuten hatte ich 4 prall gefüllte Beutel mit frischen Obst in der Hand. Damit müsste ich die nächsten Tage ausreichen.

Den ersten Tag nutzte ich, um mich an Mensch und Kultur zu gewöhnen und meine Rundreise durch Samoa zu planen. Ich freute mich, aus der langweiligen Stadt Apia herauszukommen und mehr über die Samoaner und ihr Land zu erfahren.

Rundreise quer durch die Insel Upolo bis zur Nachbarinsel Savaii

Früh um 8 Uhr nahm ich vom Marktplatz in Apia den ersten Bus Richtung Hafen. Der Bus war vollgestopft mit Reisenden. Mit meinem blonden Haar und meiner hellen Haut fiel ich in der Masse ungemein auf. Es wurden zwar neugierige Blicke auf mich geworfen, aber unangenehm waren sie nicht.

Die 1 1/2-stündige Überfahrt auf die noch grünere Nachbarinsel Savaii bringt einen gegen eine geringe Gebühr an den Hafen von Salelologa´s. Von dort aus fuhr ich direkt in das nördliche Manase, wo ich mir eine Tanu Beach Fale als Unterkunft aussuchte.

Der Südsee-Insel-Traum wird endlich wahr

Die nächsten Nächte übernachtete ich in einer der Beach Fales. 6 Meter vom Wasser entfernt auf einer kleinen Düne stand mein neues zu Hause. Ringsherum Palmen und hier und da ein weiteres Fale. Das Wasser war unglaublich leuchtend. Ich konnte meinen Blick nur schwer von diesem intensiven türkis wenden und versank wortwörtlich im türkisfarbenen Wasser.

Mit einer Kokosnuss in der Hand ließ ich mich in den weichen Sand plumpsen und genoß die Wellen des Pazifiks an meinen Füßen. Bei diesem Ausblick und der Stille vergisst man schnell die Welt um sich und ihre Probleme.

In Manase fühlte ich mich von der ersten Minute an rundum wohl schloß schnell Freundschaften mit anderen Reisenden. Die Samoaner scheinen immer viel zu gut gelaunt zu sein, nie hört man jemanden streiten oder diskutieren, für alles gibt es eine Lösung. Je weniger man besitzt, umso weniger Gründe gibt es sich zu streiten, dachte ich mir.

Es gibt auf Savaii viele landschaftliche Highlights zu entdecken, die ich gerne noch entecken wollte. Daraufhin habe ich mir mit Australier Mark einen Leihwagen gemietet, um so die gesamte Savaii Insel zu erkunden.

Unser erster Stop waren die Lava Fields in Saleaula. Diese Stadt wurde 1905-1911 durch Mt. Mataranu zerstört und ist jetzt von riesigen Lawafeldern gekennzeichnet. Gerade angekommen, überrumpelte uns plötzlich ein kräftiger Mosumregen. In wenigen Sekunden waren wir durch bis auf die Haut. Soviel Wasser auf einmal habe ich noch nicht erlebt.

Als wir gemütlich im Linksverkehr durch das Land tuckerten, kamen wir an vielen kleinen Dörfern vorbei. Hier musste wir des Öfteren wegen überquerenden Schweinchen, Hühnern, Hunden und Kindern anhalten. Jeder scheint auf jeden Rücksicht zu nehmen. Irgendwie lebt hier alles noch so harmonisch zusammen, In den Dörfern läuft man Barfuß umher, wäscht sich und seine Kleidung im Fluss und trocknet diese anschließend auf Steinen. Die meisten arbeiten den ganzen Tag auf Plantagen und tragen dann ihre Ernte in großen geflochteten Körben aus Palmenblätter nach Hause.

Bei all der Armut und dem einfachen Leben sind die Inselbewohner stehts gut gelaunt und freundlich. Je weiter wir außerhalb touristenreichen Ostküste fuhren, desto zurückhaltender wurden die Menschen.

An der Küste im Südwesten der Insel befand sich das Dorf „Taga“. Hier gab es die sogenannten „Alofaaga Blowholes“ zu bewundern. Das sind tiefe Löcher im Lavagestein, durch die Wassermassen bei Flut phontänenartig nach oben geschossen werden. Um uns die Kraft des Wasser genauer zu demonstrieren, schmiss ein Einheimischer eine Kokosnuss in eines der Löcher, worauf die Kokosnuss bei der nächsten Welle unglaubliche 30 Meter in die Luft geschleudert wurde.

Wir fuhren weiter durch atemberaubende Regenwälder wie man sie sich nur erträumen kann. Quer durch den Dschungel. Holterdipolter… vor uns 3 kleine Schweinchen die uns den Weg kreuzten. Im Auto wakelte alles, was nicht niet und nagelfest war – also der gesamte Wagen. Wir hatten auf unserer kleinen Tour durch Savaii jede Menge Spaß.

Weiter ging es zu einem Wasserfall mitten im Dschungel. Das Wasser war kristallklar. Hier gönnten wir uns vom tropischen Klima erstmal eine Auszeit und nutzen diese herrliche Möglichkeit uns zu erfrischen. Das war auch schon fast das Ende unseres 8 1/2h Trip quer durch Savaii.

Samoanisches Bier hat im Pazifik einen guten Ruf

Zurück in Manase genossen wir einen der schönsten Sonnenuntergänge die ich je gesehen habe. Wir erzählten uns viele Geschichten, malten Bilder und tranken mit Terry aus North Carolina das samoanische Vailima Bier bis spät in die Nacht hinein. Das Samoanische Bier hat im Pazifik einen guten Ruf, denn schließlich stammt die Vailima Brauereri noch aus den Zeiten, als Samoa zur deutschen Kolonie gehörte.

Zurück nach Upolu und auf nach Lalomanu Beach

Heute ging es von Manase im Norden der Insel Savaii nach Lalomanu im Südosten der Insel Upolu. Ungefähr 7h hat die Reise mit Überfahrt auf Upolu gedauert.

Der lokale Bus nach Lalomanu Beach war proppe voll. Im Gang standen wir schon aufgereiht hintereinander und Einige mussten übereinander, also auf dem Schoß eines Anderen Platz nehmen. Keiner wurde zurück gelassen. Alle mussten mit. Ich hatte mittlerweile meinen riesen Rucksack bei mir auf den Beinen abgesetzt, was die Blutversorgung in meinen Beinen etwas abschnürrte. Trotz der Enge und den Massen an Menschen hatte die Fahrt doch etwas Entspanntes und Lustiges an sich. Es lief laut Reggae Musik, ganz nach dem Geschmack des Fahrers.

An der Ostküste angelangt, waren wir nicht mehr allzu weit von unserem Ziel entfernt. Die Küstenstraße war absolut sehenswert. Wir fuhren durch noch schöneren Regenwald als in Savaii mit hohen Bergen und vielen kleinen Dörfern, bei denen sich der vulkanische Ursprung nur schwer verbergen lässt. Dann vorbei an einem atemberaubenden Blick über ein Tal auf das weit entfernte Meer.

Eine kleine Enttäuschung musste ich dann in Lalomanu hinnehmen. Der so angepriesene Strand war voller Touristen und hatte nichts mit samoanischen Flair zu tun. Die Taufua Beach Fales hier waren dicht bei dicht aneinander gereiht. Sofort sehnte ich das familiäre Unterbringen in Manose herbei, wo jeder seine eigene Fale hatte und der Platz überschaubar war.

Nachdem ich mich an die vielen Touristen gewöhnt hatte und den Strand mit weniger kommerziellen Augen betrachtete, eröffnete sich für mich auch hier ein weiteres Inselparadies.

Man konnte unglaublich weit hinaus ins Meer laufen, ehe der Boden unter einem verschwand. Das blau war so klar und leuchtend, wie ich es zuvor noch nie gesehen habe. Ich genoss diese Zeit indem ich mich an den Strand legte und ins Weite schaute. Die Fische im Wasser waren so farbenreich. Jeder Einzelne ein Kunstwerk, jeglichen Arten und Formen.

Am letzten Abend gab es das traditionelle Sonntagslunch „Ulu“ mit frischen Meeresfrüchten, Taro (eine Art Kartoffel) und Palusami (Taroblättern und Kokosmilch) und am Abend einen traditionellen samoanischen Tanz.

Nach ein paar Tagen, hatte ich jetzt auch genug vom ewigen Rumlungern, am Strand sitzen und Nichtstun. Spätestens jetzt wurde mir klar, dass Samoa ein sehr ruhiges Reiseland ist. Für Naturliebhaber die gern in fremde Kulturen eintauchen und einfach mal eine Auszeit brauchen, ist Samoa genau das Richtige.

Wenige Minuten von Strand Lalomanu entfernt liegt noch eine wunderschöne grüne Lagune namens „To Sua“. Gegen einen kleinen Obolus kommt man dann über eine steile 30m lange Seiltreppe nach unten zum Wasser. An guten Tagen hat man den Pool für sich alleine und kann entspannt auf einer Luftmatratze dem Regenwald lauschen.

Abschied aus Samoa

Der Abschied aus Samoa viel mir unerwartet schwer. Ich hatte mich schon richtig gut an das Inselleben gewöhnt und hätte noch eine Weile länger bleiben können. Dass einfache Leben draußen in der Natur hatte es mir richtig angetan. Auf der anderen Seite war ich froh, dass ich abreisen konnte, denn die schwüle tropische Luft machte mir teilweise sehr zu schaffen. Dazu kamen verschiedene Pollen, die mir das atmen sehr schwer machten, obwohl ich sonst keine Probleme mit Pollen habe.
Dennoch ist die Südsee ein ganz besonderer Ort für mich gewesen, den ich jeder Zeit wieder besuchen würde. Ob sich allerdings die weite Reise für dich lohnt, kannst nur du selbst beurteilen.

Meine Tipps

Für wen ist es was? Naturfreunde, Entspannungskünstler, Kulturjunkies, Obstliebhaber, Badenixen, Leckerschmecker

Flugroute: Am Besten du kombinierst deine Samoa Reise mit einem Aufenthalt in Neuseeland. Von Auckland sind es nur 3 Flugstunden bis Samoa.

Einreise: Kein Visum erforderlich. Du bekommst bei Einreise einen Stempel für maximal 60 Tage Aufenthalt. Du brauchst jedoch ein Weiterreise-Ticket.

Unterkunft: Um deinen Südseeinseltraum authentischer zu gestalten, würde ich dir empfehlen in einem traditionellen Fale zu übernachten. Ich konnte meine Reisetasche in dieser Zeit an der Rezeption einschließen lassen, wenn du dich damit sicherer fühlst. Die Kriminalitätsrate in Samoa ist sehr niedrig. Einfache Hostels und Hotels gibt es auf der Insel auch.

Essen: Das Essen wird meist frisch zubereitet. Dazu gibt es Reis oder Kartoffeln als Sättigungsbeilage. Es gibt unzählig viele leckere Früchte. Ganz beliebt ist auch roher Fisch in Kokosmilch, oder Reis in dunkler Kokosmilch.

Ruhetag: Samoa ist ein sehr religiöses Land, weshalb jeder Sonntag ein Ruhetag auf Samoa ist. Hier fahren keine Busse und die wenigstens Restaurants sind an diesem Tag geöffnet.

Fortbewegung: Von Taxi, Mietwagen oder Bussen gibt es alles. Ein Taxi vom Flughafen bis nach in die Hauptstadt Apia ist vergleichsweise teuer. Ich würde dir raten mit einem Einheimischen mitzufahren! Ansonsten sind die Taxipreise ok. Einen Mietwagen kannst du dir ab 45 Euro pro Tag mieten. Hier benötigst du aber einen deutschen Führerschein, um dir für ein paar Tala einen samoanischen Führerschein ausstellen zu lassen. Eine Fahrt mit einem Lokalen Bus würde ich dir als Tipp mit auf den Weg gehen.

Beste Reisezeit: Auf Samoa hast du ganzjährig Temperaturen von 25 – 30 Grad Celsius. Die beste Reisezeit für Samoa ist in der Trockenzeit von Mai bis Oktober. Die Regenzeit erstreckt sich von November bis April.
Zieht dich die Südsee auch an und bist du vielleicht schon einmal auf einer der vielen Inseln gewesen?

von | Sep 30, 2016 | 0 Kommentare


Über die Autorin


Carolin
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