Tongariro Alpine Crossing
Die beliebteste Tageswanderung Neuseelands

Einer der bekanntesten Wanderwege in Neuseeland erstreckt sich 17 km quer durch den „Tongariro National Park“ im Herzen der Nordinsel.

Das „Tongariro Alpine Crossing“ führt Wanderer durch eine atemberaubende Vulkanlandschaft, vorbei an türkisfarbenen Seen und unzählig schönen Aussichten und Landschaftszügen. Genau diese Abwechslung macht das Crossing zu einen der beliebtesten Tageswanderungen Neuseelands und kann sich mit bis zu 25.000 Wanderern pro Jahr sehen lassen.

Bevor du dich allerdings los machst, solltest du noch ein paar wesentliche Dinge beachten.

 
Sachen die du unbedingt dabei haben solltest

Immer wieder höre und sehe ich von anderen Wanderern wie leichtsinnig sie für so eine Tour ausgerüstet und vorbereitet sind. Es kommt nicht immer auf den Schwierigkeitsgrad der Wanderung an, weshalb man sich ausgiebig rüsten sollte.

Deswegen empfehle ich bei jeder Wanderung mindestens folgendes dabei zu haben:

  • ausgiebig Flüssigkeit – lieber mehr als zu wenig
  • Proviant – je nach Steigung und Wetterlage ist so eine Wanderung ganz schön anstrengend.
  • Erste Hilfe Set – unbedingt notwendig! Schaue vorher auf das Ablaufdatum und ob es vollständig ist.
  • Karte – im Falle Du verirrst dich doch einmal.
  • Telefon – das kann Leben retten!
  • Regenfeste Jacke und Hose – selbstverständlich. Unterkühlt ist man schnell!
  • Einen extra Pullover (Polypropylen, Fleece) – Es kann kalt und windig werden besonders auf dem Gipfel.
  • Wanderschuhe am besten bis zum Knöchel – Kannst Du nicht mehr weiter, bleibt Dir nur noch der Rettungshubschrauber und das kann teuer werden.
  • Sonnencreme, Sonnenbrille und Hut – je nachdem wo Du dich befindest, auch an bewölkten Tagen empfehlenswert.

Sei auf Wetterveränderungen vorbereitet

Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen die der „Tongariro National Park“ aufweist, kann sich das Wetter unberechenbar und kann sich in rasanter Geschwindigkeit verändern.

Sei also immer darauf vorbereitet, dass Du bei schlechter Sicht und aufbrechendem Unwetter Deine Pläne ändern solltest und umkehren musst. Du solltest immer auf jede Wetterlage vorbereitet sein und Deine Packliste mehrmals durchgehen.

Das Wetter im National Park solltest du vorher unter http://www.metservice.com/mountain/tongariro-national-park abrufen.

 
Es geht los…

Start: Mangatepopo Road, Parkplatz (7 Kilometer von der SH47)
Ziel: Ketetahi Road, Parkplatz
Dauer: 7-8 Stunden

 
Mangatepopo Parkplatz bis Mt. Ngauruhoe (2291m)

Nachdem ich tagelang auf gutes Wetter warten musste, ging es dann endlich los. Die Wettervorhersage war hervorragend, trotzdem konnte das Wetter jeder Zeit umschwenken und mich zur Rückkehr zwingen. Darauf war ich vorbereitet.

Früh um 5 Uhr ging es los – mitten in der Nacht! Ich fragte mich wieso? Aber Terrance, mit dem ich mich auf den Weg machte und der diese Wanderung schon öfters lief, erklärte mir, dass wir diese Zeit benötigen, um die 7 stündige Wanderung zu bewältigen. Und so begaben wir uns zum Auto und fuhren los.

Um 7 Uhr waren wir dann im „Mangatepopo Parkplatz“ angekommen. Um dorthin zu kommen, gibt es auch direkt Shuttlebusse, allerdings haben wir diese nicht genutzt.

Mit den ersten Sonnenstrahlen und morgendlicher Frische auf unserer Haut, machten wir uns auf den Weg. Wir waren nicht die einzigen Wanderer und haben uns gleich an eine andere Gruppe angeschlossen. Der erste Abschnitt der Wanderung ist ziemlich flach und nicht sonderliche anspruchsvoll. Die Sumpfgebiete waren sogar mit richtigen Wanderwegen ausgestattet, um keine nassen Füßen zu bekommen.

Es war noch relativ kalt am Morgen, auch wenn wir uns im Sommermonat Dezember auf den Weg machten. Ich atmete die frische Luft tief ein und genoss die morgendliche Stille und beeindruckende Steppe an der wir vorbei zogen.

Schon kurze Zeit später kam der erste Wegpfeiler der links zur „Mangatepopo Hütte“ und den öffentlichen Toiletten führte. Der Hauptweg ging allerdings weiter geradeaus – entlang eines Wasserlaufes am Rande eines alten Lavastroms.

Am Anfang wusste ich noch nicht, was Alles auf mich zu kam, doch schon nach dem 1 km kam der erste Anstieg. Von hier aus ging es eigentlich nur noch bergauf. Zunächst waren es Treppen, dann über Gestein und Geröll. Wer hier nicht das richtige Schuhwerk hat, kann eigentlich direkt wieder umkehren.

Wenn du nicht regelmäßig wandern gehst, oder deine Kondition zurzeit nicht die Beste ist, würde ich dir empfehlen, es langsam angehen zu lassen. Bis zum „South Crater“ sind es noch 200 Höhenmeter die Du überwinden musst und das in kurzer Zeit.
Die Anstrengungen werden allerdings bei einem so wunderschönen Anblick der Natur schnell vergessen. An einem guten Tag wie wir ihn erwischt hatten, kannst du den größten See Neuseelands – „Lake Taupo“, oder den in westlicher Richtung gelegenen „Mount Taranaki“ am Horizont bewundern.

Ich war schon fix und fertig und musste mehrmals eine Trinkpause einlegen, als wir dann auf dem Weg Richtung „South Crater“ einen Abzweig entdeckten, der uns zum „Mt. Ngauruhoe“, dem „Schicksalsberg“ aus “Der Herr der Ringe” bringen sollte.

Für uns stand es fest. Wir wollten hoch hinauf. Das Wetter wurde immer besser und wir waren motiviert. Also nahmen wir den Abzweig zum Fuße des Berges.

Einige andere Wanderer schlossen sich gleich mit an. Entlang eines alten Lawastroms erschien uns der einfachste Weg hinauf auf den Berg zu sein. Ganz schön rutschig auf den losen Steinen und dem Geröll. Ich musste wirklich wachsam sein, um nicht abzurutschen. Immer wieder musste ich kurze Pausen einlegen, da die Steigung zu extrem war. Zum Glück habe ich mir extra Wasser mitgenommen, denn auf halber Strecke hatte ich schon die Hälfte meines Wassers ausgetrunken.

Oben angekommen, konnten wir erst einmal durchatmen.
Die Aussicht war atemberaubend. Mir fehlten die Worte. Man muss es mit eigenen Augen gesehen haben. Das Wetter war zudem perfekt und wir konnten von hier aus die „Emerald Lakes“ und den „Blue Lake“ sehen. Was die Natur doch für ein wahres Wunderwerk ist, wurde mir in diesem Augenblick noch einmal verdeutlicht.
Die verschiedenen Farben und Formen, die unterschiedlichsten Landschaftszüge, die pure Stille – diesen Moment werde ich nie vergessen.

Ich kam mit dem fotografieren gar nicht mehr hinterher. Trotz des guten Wetters war es hier oben dennoch sehr kühl und meine Hände wurden vom Halten der Kamera kontinuierlich kälter. Beim nächsten Mal nehme ich mir mit Sicherheit Handschuhe mit, um somit die Aussicht noch mehr genießen zu können.

Nachdem sich unsere erste Euphorie langsam legte, beschlossen wir erst einmal eine Rast zu machen und eine Verstärkung zu uns zu nehmen. Dabei schauten wir uns das atemberaubende Panorama von oben aus an.

 
Mt. Ngauruhoe bis Red Crater

Nach 1,5 Stunden wurde uns dann doch zu kalt und wir machten uns für den Abstieg bereit. Einen richtigen Weg dazu gab es nicht. Jeder suchte für sich den am besten geeigneten Weg aus, um unten wieder heil anzukommen. Die 20 cm lockere Gesteinsschicht machte es mir unmöglich herunter zu laufen. Ich bin einfach gerutscht und konnte kaum bremsen. Und so war ich auch in kurzer Zeit wieder unten.

Dort angekommen hatten wir dann zum ersten Mal, seit beginn der Tour, eine kurze flache Strecke vor uns. Diese hielt aber nicht lange an. Vorbei am „South Crater“ ging ein Abzweig direkt zum „Red Crater“. Von hier aus konnten wir schon die „Emerald Lakes“ sehen.

 
Red Crater bis Blue Lake

Der Abstieg vom „Red Crater“ hatte seine Tücken. Der Untergrund war mit loser Vulkanschlacke übersäht und konnte sich schnell selbstständig machen. Höchste Rutschgefahr! Aber irgendwie hatte ich auch hier meinen Spaß daran und bin den Berg mit Anlauf mehr oder weniger runtergerutscht. So war ich dann auch schnell unten.

Jetzt sahen wir die „Emerald Lakes“ aus nächster Nähe. Wow! Wunderschön! Die Wasserfarbe hat sich durch die umliegenden Mineralien über die Jahre türkisblau verfärbt. Außerdem stiegen rings um den See Dämpfe hoch und es roch die ganze Zeit nach Schwefel.

Ein Stückchen weiter bergauf ging es dann zum „Blue Lake“. Die Aussicht hier oben zurück zum „Red Crater“ ist einfach spektakulär. Terrance hat mir erzählt, dass der „Blue Lake“ von den Einheimischen als heilig ausgesprochen wurde und es untersagt ist, in der Nähe des Sees weder zu trinken noch zu essen. Das taten wir dann auch nicht.

 
Blue Lake bis Ketetahi Parkplatz

Nach einer halbstündigen Fotopause machten wir uns dann weiter Richtung „Ketetahi Hütte“. Von hieraus ging es ausschließlich bergab und wir freuten uns die letzten Kilometer einfach nur genießen zu können.

Karge Graslandschaft dominiert von nun an die Kulisse. Inmitten der Steppe befindet sich die „Ketatahi Hütte“. Für mehrtägige Wanderungen im Park empfehle ich hier eine Reservierung in einem „DOC Office“ vorzunehmen.

Die letzten 45 Minuten wanderten wir dann durch einen Regenwald mit größeren Büschen und verschiedenen Palmenarten, bis wir dann schließlich den „Ketetahi Parkplatz“ und somit das Ende einer wunderschönen Tageswanderung im ältesten National Parks Neuseelands erreicht hatten.

 
Fazit

Ein einmaliges und unvergessliches Abenteuer. Ich würde es jederzeit wieder machen und kann es nur weiter empfehlen!

Mit der richtigen Packliste und gutem Wetter ist diese Tour auf meiner Top-Ten Liste aller Tageswanderungen! Die unterschiedliche Landschaft und Aussicht war einfach unbeschreiblich schön. Die Wanderung hat mich körperlich gefördert und seelisch mit tollen Erinnerungen erfüllt.

Hier noch ein paar weitere nützliche Informationen zum Crossing:

Die Parkplätze sind begrenzt und wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich vorher lieber einen Shuttle-Bus organisieren.
Die beste Reisezeit ist zwischen Dezember und April. Besonders über die Feiertage, wie Weihnachten und Ostern kann es sehr voll werden.

von | Apr 7, 2016 | Neuseeland, Reisen | 0 Kommentare

 
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